Immer wieder ist vom „DSL-Ende“ die Rede. Hintergrund sind europäische Pläne zur Modernisierung der Netzinfrastruktur. Doch was bedeutet das konkret?
DSL wird nicht kurzfristig abgeschaltet. 2035 ist eine politische Zielmarke für den Ausbau moderner Netze – kein pauschaler Abschalttermin.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen, warum es sich um einen langfristigen Prozess handelt: Bundesweit liegen die Glasfaserausbauquote (Homes Passed) bei 52,8 % und die Anschlussquote (Homes Connected) bei 27,3 % (Stand: 30.06.2025). Die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser ist also in vollem Gange – aber längst nicht abgeschlossen.
Im Rahmen europäischer Digitalstrategien wird diskutiert, alte Kupfernetze langfristig durch Glasfaser zu ersetzen. Als Orientierung wird häufig das Jahr 2035 genannt. Zudem sollen die Mitgliedstaaten eigene Umsetzungspläne entwickeln.
Entscheidend ist: Die konkrete Umsetzung erfolgt national. In Deutschland entscheidet die Bundesnetzagentur über mögliche Abschaltungen – gebietsbezogen und unter klar definierten Voraussetzungen.
Für Deutschland wird ein vollständiger Rückbau des Kupfernetzes eher im Zeitraum von 2035 bis 2040 erwartet.
Voraussetzung dafür wären:
Abschaltungen dürfen nur erfolgen, wenn eine gleichwertige oder bessere Infrastruktur bereitsteht. Zudem ist ein mehrjähriger Migrationsprozess vorgesehen.
Nein. Aktuell besteht kein unmittelbarer Zwang zum Umstieg.
Bestehende DSL-Verträge bleiben gültig. Selbst in einem späteren Migrationsszenario müssten:
Ein Blick auf die regionalen Zahlen zeigt, wie unterschiedlich der Ausbau voranschreitet:
Brandenburg liegt damit über dem Bundesdurchschnitt. Berlin hat zuletzt deutlich aufgeholt.
In vielen Regionen ist Glasfaser bereits verfügbar oder konkret geplant. Gleichzeitig bleibt DSL dort nutzbar, wo noch keine flächendeckende Alternative besteht.
DSL basiert auf Kupferleitungen und unterliegt physikalischen Grenzen – insbesondere bei der Bandbreite und der Uploadgeschwindigkeit.
FTTH (Fiber to the Home) ermöglicht:
Gerade bei steigenden Anforderungen durch Homeoffice, Streaming, Cloud-Dienste oder Smart-Home-Anwendungen gewinnt Glasfaser an Bedeutung.