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Wird DSL abgeschaltet? 2035 erklärt | Berlin & Brandenburg

Geschrieben von Iseewanga Buch | Feb 11, 2026 9:37:35 AM

Immer wieder ist vom „DSL-Ende“ die Rede. Hintergrund sind europäische Pläne zur Modernisierung der Netzinfrastruktur. Doch was bedeutet das konkret?

DSL wird nicht kurzfristig abgeschaltet. 2035 ist eine politische Zielmarke für den Ausbau moderner Netze – kein pauschaler Abschalttermin.

 

Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen, warum es sich um einen langfristigen Prozess handelt: Bundesweit liegen die Glasfaserausbauquote (Homes Passed) bei 52,8 % und die Anschlussquote (Homes Connected) bei 27,3 % (Stand: 30.06.2025). Die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser ist also in vollem Gange – aber längst nicht abgeschlossen.

 

EU-Zielbilder vs. Realität vor Ort

Im Rahmen europäischer Digitalstrategien wird diskutiert, alte Kupfernetze langfristig durch Glasfaser zu ersetzen. Als Orientierung wird häufig das Jahr 2035 genannt. Zudem sollen die Mitgliedstaaten eigene Umsetzungspläne entwickeln.

 

Entscheidend ist: Die konkrete Umsetzung erfolgt national. In Deutschland entscheidet die Bundesnetzagentur über mögliche Abschaltungen – gebietsbezogen und unter klar definierten Voraussetzungen.

 

Was bedeutet 2035 in Deutschland?

Für Deutschland wird ein vollständiger Rückbau des Kupfernetzes eher im Zeitraum von 2035 bis 2040 erwartet.

Voraussetzung dafür wären:

  • nahezu flächendeckende Glasfaser-Verfügbarkeit
  • gesicherter Wettbewerb auf den neuen Netzen
  • regulatorische Genehmigungen
  • transparente Vorlauf- und Informationspflichten

Abschaltungen dürfen nur erfolgen, wenn eine gleichwertige oder bessere Infrastruktur bereitsteht. Zudem ist ein mehrjähriger Migrationsprozess vorgesehen.

 

Gibt es einen Wechselzwang?

Nein. Aktuell besteht kein unmittelbarer Zwang zum Umstieg.

Bestehende DSL-Verträge bleiben gültig. Selbst in einem späteren Migrationsszenario müssten:

  • Abschaltungen frühzeitig angekündigt werden
  • Übergangsfristen eingehalten werden
  • alternative Anschlüsse verfügbar sein

 

Was bedeutet das für Berlin und Brandenburg?

Ein Blick auf die regionalen Zahlen zeigt, wie unterschiedlich der Ausbau voranschreitet:

  • Brandenburg: 62,7 % FTTH-Ausbauquote, 47,4 % Anschlussquote
  • Berlin: 42,7 % FTTH-Ausbau (Vorjahr: 28,5 %)
  • Deutschland gesamt: 52,8 % Homes Passed

Brandenburg liegt damit über dem Bundesdurchschnitt. Berlin hat zuletzt deutlich aufgeholt.

In vielen Regionen ist Glasfaser bereits verfügbar oder konkret geplant. Gleichzeitig bleibt DSL dort nutzbar, wo noch keine flächendeckende Alternative besteht.

 

Warum Glasfaser langfristig sinnvoll ist

DSL basiert auf Kupferleitungen und unterliegt physikalischen Grenzen – insbesondere bei der Bandbreite und der Uploadgeschwindigkeit.

 

FTTH (Fiber to the Home) ermöglicht:

  • höhere und stabilere Bandbreiten
  • symmetrische Upload- und Downloadraten
  • bessere Skalierbarkeit für zukünftige Anwendungen
  • langfristige technologische Zukunftssicherheit

Gerade bei steigenden Anforderungen durch Homeoffice, Streaming, Cloud-Dienste oder Smart-Home-Anwendungen gewinnt Glasfaser an Bedeutung.

 

So kannst Du jetzt sinnvoll vorgehen

  1. Verfügbarkeit prüfen: Ist Glasfaser an Deiner Adresse bereits verfügbar oder ist sie geplant?
  2. Bedarf bewerten: Reicht die aktuelle Geschwindigkeit für Deine Nutzung aus?
  3. Zeitpunkt planen: Ein Wechsel bietet sich beispielsweise zum Vertragsende oder bei Modernisierung an.