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E-Government in Brandenburg: Glasfaser macht's möglich

Geschrieben von Iseewanga Buch | Jan 9, 2026 9:30:06 AM

Deutschlands Verwaltung wird digitaler. Das neu geschaffene Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung treibt E-Government-Reformen voran: Digitale IDs, Online-Behördendienste und zentrale Datenübermittlung für Unternehmen sollen die Bürokratie abbauen. Was politisch als Software-Projekt diskutiert wird, setzt eine technische Grundvoraussetzung voraus: leistungsfähige Internetverbindungen. Brandenburg steht hier besser da als viele andere Regionen. Während bundesweit die Glasfaserversorgung (FTTH/B) im Juni 2025 bei 42,9 Prozent lag, erreicht Brandenburg laut BREKO-Marktanalyse 2025 eine Glasfaserausbauquote von 62,7 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt.

 

E-Government: Digitale Verwaltung nimmt Fahrt auf

Das im Januar 2025 geschaffene Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat mehrere Großprojekte gestartet. Die Bund-ID ermöglicht laut dem Ministerium den Zugriff auf über 200 Verwaltungsdienstleistungen, von der Wohnsitzummeldung bis zur Dokumentenbeantragung. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit sank nach Angaben des Ministeriums von 12 Tagen auf 36 Stunden.

 

Das „Once-Only“-Prinzip soll Mehrfacherfassungen vermeiden: Bürger und Unternehmen müssen ihre Daten nur einmal übermitteln, alle Behörden greifen dann auf diese zentrale Datenbank zu. Das Ministerium spricht von einer möglichen Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmen um 61 Prozent, was einer jährlichen Entlastung von rund 3,5 Milliarden Euro entsprechen soll.

 

All diese Dienste setzen stabile Internetverbindungen voraus. Eine digitale Verwaltung, die nur dort funktioniert, wo die Infrastruktur vorhanden ist, verfehlt ihren Anspruch auf eine flächendeckende Verfügbarkeit.

Gigabit-Ausbau: Deutschland holt auf, Brandenburg ist weiter

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht halbjährlich Daten zur Breitbandversorgung. Stand Juni 2025 zeigt der Breitbandatlas:

  1. 42,9 Prozent der Haushalte bundesweit verfügen über Glasfaser bis ins Gebäude (FTTH/B)

  2. 79 Prozent haben Zugang zu Gigabit-Anschlüssen (technologieübergreifend, inkl. modernisierter TV-Kabelnetze)

  3. Der Glasfaserausbau legte im Jahresvergleich um 7,2 Prozentpunkte zu

Regionale Anbieter treiben den Ausbau besonders stark voran. 59 Prozent des Glasfaserausbaus in der Fläche und 71 Prozent der tatsächlich angeschlossenen Gebäude werden von Wettbewerbern realisiert. Private Investorenmodelle erreichen dabei eine Versorgungsquote von 75 Prozent, Stadtwerke von 70 Prozent.

 

Brandenburg liegt deutlich über dem Bundesschnitt:

  1. Glasfaserausbauquote: 62,7 Prozent (Bundesschnitt: 52,8 Prozent)

  2. Glasfaseranschlussquote: 47,4 Prozent (Bundesschnitt: 27,3 Prozent)

Sachsen-Anhalt, wo DNS:NET ebenfalls ausbaut, erreicht eine Glasfaserausbauquote von 70,1 Prozent und verzeichnet im Vorjahresvergleich ein Plus von 15,9 Prozentpunkten – einer der stärksten Zuwächse unter den Flächenländern.


 

Brandenburg: Infrastruktur stand vor dem bundesweiten Trend

Brandenburg ist mit 62,7 Prozent Glasfaserausbauquote 9,9 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt. Das ist kein kurzfristiger Erfolg, sondern das Ergebnis jahrelangen Ausbaus.

 

DNS:NET beispielsweise verlegt seit 2007 kontinuierlich Glasfaser in der Region. Bereits 2013 stellte das Unternehmen auf ausschließliche Glasfaser-Technologie um. Stand heute versorgt DNS:NET über 150 000 Haushalte in mehr als 400 Städten und Gemeinden in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

 

Während große Telekommunikationskonzerne oft nach Wirtschaftlichkeit priorisierten und renditestarke Ballungsgebiete bevorzugten, wurde in Brandenburg auch in kleineren Gemeinden systematisch ausgebaut. Das Ergebnis: Viele Orte, die bundesweit als „ländlich“ und damit schwer zu versorgen gelten würden, haben heute Gigabit-Anschlüsse.

 

Wenn neue digitale Verwaltungsdienste verfügbar werden, müssen sie nicht erst auf den Infrastruktur-Ausbau warten – die Basis steht bereits.

 


Was Unternehmen von digitaler Verwaltung erwarten können

Auch für Unternehmen ändert sich die Kommunikation mit Behörden. Die Corporate Digital Responsibility“-Initiative ermöglicht es Firmen, Stammdaten zentral zu hinterlegen und für alle behördlichen Prozesse zu nutzen.

 

Das setzt voraus:

  1. Zuverlässige Upload-Geschwindigkeiten für regelmäßige Datenübermittlungen

  2. Stabile Verbindungen für ERP-Systeme, die mit Behördenschnittstellen kommunizieren

  3. Ausreichende Bandbreite, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig auf digitale Behördendienste zugreifen

Ein mittelständisches Unternehmen in Brandenburg mit Glasfaseranschluss kann diese Digitalisierungsangebote direkt nutzen. Ein Betrieb mit langsamer Internetverbindung muss entweder auf den Ausbau warten oder auf versprochene Effizienzgewinne verzichten.

 

In Brandenburg haben 47,4 Prozent der Haushalte bereits einen aktiven Glasfaseranschluss. Bei Gewerbeflächen, die häufig priorisiert ausgebaut werden, liegt die Quote erfahrungsgemäß höher.

 

Cybersecurity als Infrastrukturfrage

Parallel zur Verwaltungsdigitalisierung verschärft sich die Gesetzgebung zur IT-Sicherheit. Das neue KRITIS-Schutzgesetz verpflichtet Betreiber kritischer Infrastrukturen zu regelmäßigen Sicherheitsaudits. Auch kleinere Unternehmen sind zunehmend von Cyberangriffen betroffen.

 

Infrastruktur spielt hier eine Rolle, die über Software-Firewalls hinausgeht:

  1. Glasfaserkabel sind physisch schwerer anzuzapfen als Kupferleitungen

  2. Eigene regionale Rechenzentren bedeuten kürzere Datenwege und weniger externe Schnittstellen

  3. Redundante Netzarchitekturen ermöglichen Ausfallsicherheit

DNS:NET betreibt zwei Rechenzentren in Berlin sowie einen eigenen Backbone über Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Für Unternehmen bedeutet das: Daten bleiben in der Region, Latenzzeiten sind niedrig und die Abhängigkeit von überregionalen Carriern ist reduziert.

 

Bildung und Familie: Wenn mehrere gleichzeitig online sind

Die Bundesnetzagentur erhebt zwar Verfügbarkeitsdaten, aber nicht die tatsächliche Auslastung. Praxiserfahrungen zeigen jedoch: Sobald in einem Haushalt mehrere Personen gleichzeitig online sind, wird die Bandbreite zum Engpass.

 

Typisches Szenario:

  1. Ein Elternteil in der Videokonferenz (Upload-intensiv)

  2. Das andere Elternteil lädt Dateien in die Cloud hoch

  3. Ein Kind streamt Lernvideos

  4. Ein zweites Kind spielt online

Bei älteren DSL-Anschlüssen mit 16–50 Mbit/s Download und 1–10 Mbit/s Upload führt das zu spürbaren Einschränkungen. Videokonferenzen brechen ab; Uploads dauern lange; die Streaming-Qualität reduziert sich automatisch.

Glasfaser mit symmetrischen Gigabit-Geschwindigkeiten löst dieses Problem strukturell. Die Kapazität reicht für alle gleichzeitig. Keine Unterbrechungen, kein „Warte mal, ich lade gerade hoch“.

 

Für die über 1,25 Millionen Einwohner Brandenburgs, die Zugang zu Glasfaser haben, ist das bereits Alltag. Für andere wird es spätestens dann relevant, wenn digitale Behördendienste, Online-Bildungsangebote und Homeoffice zur Selbstverständlichkeit werden.

 

KI, Cloud, Smart Home: Was noch kommt

Die digitalen Verwaltungsreformen sind nur ein Teil einer größeren Entwicklung. Das Bundesministerium fördert mit dem „DeepTech & Climate Fonds (DTCF)“ KI-Start-ups im Umfang von einer Milliarde Euro. Cloud Computing wird zum Standard für Unternehmen und Privatnutzer. Smart-Home-Systeme werden erschwinglicher und verbreiteter.

All diese Technologien haben eines gemeinsam: Sie sind datenintensiv.

 

Egal ob KI-gestützte Sprachassistenten, automatische Cloud-Backups oder vernetzte Heizungssteuerungen – sie alle benötigen leistungsfähige Internetverbindungen. Während heute ein Gigabit-Anschluss ausreicht, werden die Anforderungen weiter steigen.

 

Glasfaser hat hier einen strukturellen Vorteil: Die Technologie lässt sich durch Software-Updates auf höhere Geschwindigkeiten aufrüsten, ohne die Kabel austauschen zu müssen. DNS:NET bietet beispielsweise bereits heute 10-Gbit/s-Anschlüsse für Privat- und Geschäftskunden an – auf derselben physischen Infrastruktur, die auch 1-Gbit/s-Anschlüsse bereitstellt.

 

Kupferbasierte Technologien stoßen dagegen an physikalische Grenzen. Die Signaldämpfung über Distanz begrenzt die möglichen Geschwindigkeiten grundlegend.